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Zeit-Fragen
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| Zeit-Fragen > 2011 > Nr. 38 vom 19.9.2011 > Frankreich ist selber verschuldet | [Druckversion] |
Frankreich ist selber verschuldet
Um den Euro steht es ebenso schlecht wie um den DollarInterview mit Alain Bournazel, Generalsekretär des Rassemblement pour l'Indépendence et la Souveraineté de la France Zeit-Fragen: Wie sehen Sie die aktuelle Wirtschaftskrise? Alain Bournazel: Die Wirtschafts- und Finanzkrise, die heute die Welt erschüttert, gibt Anlass zu schwerer Besorgnis. Tatsächlich ist diese «Krise» das Produkt verschiedener einander verstärkender Deregulierungen, die in allen grossen Ökonomien der Welt ihre verheerenden Wirkungen zeigen. Ohne auf alle Details dieses komplexen und teuflischen Mechanismus einzugehen, ist es jedoch angebracht, folgende Punkte anzumerken: Sind die Rettungspläne auf europäischer und nationaler Ebene imstande, eine Lösung der Krise herbeizuführen? Mit mehreren Rettungsplänen wurde versucht, die europäischen Ökonomien zu retten, die am Rande des Bankrottes stehen. Ohne Erfolg. Diese Rettungspläne bringen im besten Fall einen Aufschub, aber führen nicht wirklich zu einer Lösung. Aus dem einfachen Grund, weil es mit dem Euro keine Lösung geben kann. Griechenland und Portugal zu zwingen, das gleiche Geld wie Deutschland zu verwenden, ist eine Dummheit und bleibt eine Dummheit. Sind sich die politisch Verantwortlichen dieser Situation bewusst? Die Eurokraten sind sich sehr wohl bewusst, dass die Schwierigkeiten unlösbar geworden sind. Aber aus politischen Gründen wird dieses System verlängert, wenigstens bis zur Wahl des französischen Präsidenten im Frühjahr 2012. Darum erfindet man neue fürchterliche Instrumente wie den europäischen Währungsföderalismus, den Schuldenausgleich auf Ebene der Europäischen Union. Im Klartext heisst dies, wenn die europäischen Länder ihre Schulden nicht mehr bezahlen können, dass andere diese übernehmen müssen. Und welche anderen? Das wird sicher nicht Frankreich sein, das ja ebenfalls stark verschuldet ist. Darum ist es natürlich Deutschland, das praktisch das einzige Land mit einem Einnahmenüberschuss in der EU ist. Einige nehmen bereits den alten Refrain wieder auf: Deutschland wird zahlen. An dieser Lösung hat es jedoch einen Haken. Die Deutschen wollen nämlich nicht mehr zahlen. Sie haben dies am 5. September deutlich bekräftigt, als die Partei von Frau Merkel eine empflindliche Niederlage in Mecklenburg-Vorpommern – der Hochburg der Kanzlerin – hat hinnehmen müssen. Was ist also zu tun? Man sollte sich von falschen Lösungsansätzen befreien, die überhaupt keine Verbesserungen darstellen, sondern die Krisen verstärken. Es ist falsch zu sagen, dass die Europäische Union die Bürger schütze, wo sie doch die wirtschaftlichen Krisen in Gang hält und die Verarmung der Menschen beschleunigt. Es ist falsch zu glauben, dass der Sparplan, der durch die Regierung angeordnet wurde, unsere Wirtschaft wieder ins Lot bringt, während er doch nichts anderes bringt als eine Erhöhung der Steuern, aber gleichzeitig unnötige Ausgaben gewähren lässt wie mit diesen Staatssekretariaten, d.h. Ausgaben, die zu nichts nütze sind und eine wahnwitzige Geldverschwendung bedeuten. |
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